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Mario Kart in Höchstform
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Kurze Variante: Wer eine Wii hat, sollte sich das Spiel zulegen. Selbst für ein mehr oder weniger regelmäßiges Feierabend-Spiel lohnt sich das Geld.

Lange Geschichte:

MarioKart-typisch kann man ebenfalls in MarioKartWii zwischen mehreren Schwierigkeitsgraden wählen (50, 100 und 150 ccm). Gerade 50ccm ist sehr gut für völlige Neueinsteiger geeignet (z.B. Gäste, die sonst keine Videospiele spielen). Ab 100 ccm muss man sich teilweise auch als erfahrener MarioKart-Spieler anstrengen. Das Taktieren mit Items macht sehr viel Spaß. Z.B. kann man wie gewohnt Bananen und Panzer nicht nur zum Angreifen, sondern auch zum Verteidigen verwenden. Zusätzlich zu den alten Items gibt es jetzt auch eine Vergrößerung, die es einem Spieler erlaubt, über so gut wie alles (bis auf Leute mit einem Power-Stern) drüber zu fahren. Ebenfalls neu ist eine Verwandlung in eine Kanonenkugel, die schnell auf die vorderen Plätze fliegt. Die Spielgeschwindigkeit wird hauptsächlich durch die genannten drei Schwierigkeitsgrade gesteuert. Umso höher, umso schneller fahren die Wagen/Räder.

Insgesamt hat MarioKart keinen klassischen Gummiband-Effekt (Gegner fahren langsamer, wenn sie vorne liegen und umgekehrt). Stattdessen wird dies über die Vergabe der Items geregelt: Schwache Fahrer bekommen bessere Items und umgekehrt. So bleibt das Spiel immer spannend und auch Anfänger haben eine Chance. Schlechte Verlierer sollten allerdings die Hände davon lassen *g*.

Es gibt insgesamt 8 Pokale mit jeweils 4 Strecken. Davon sind etwa die Hälfte Portierungen von älteren Nintendo-Konsolen. So gibt es ein bis zwei Strecken vom SNES/Gamecube/N64/Gameboy Advance-MarioKart. Die Vielfalt der Strecken ist wesentlich besser als bei den älteren Teilen. Dort hatte man sehr schnell alle Strecken gesehen und sie schon so oft gespielt, dass man keine Lust mehr darauf hatte. Das geht hier nicht so schnell. Im Laufe der Zeit spielt man durch Siege immer mehr Strecken und Autos frei. Apropos Autos: Es gibt ab jetzt nicht nur Karts, sondern auch Motorräder. Diese steuern sich meiner Meinung nach sehr gut und bieten eine gute Abwechslung zu den Karts.

Zusätzlich zum Rennen gibt es wie immer einen Kampf-Modus mit neuen und alten Arenen. Der klassische Kampfmodus mit drei Ballons (man verliert pro kassiertem Treffer einen davon) sowie der Münzen-Sammel-Modus machen viel Spaß. Zum Münzenmodus: Es gibt eine gewisse Münzenmenge, welche ständig im Umlauf ist. Zu Beginn der Runde werden die Münzen über das Spielfeld verteilt, die Spieler können sie einsammeln. Man trägt dann entsprechend ein paar Münzen mit sich, die man bei Treffern verliert. Die verlorenen Münzen sind aber nicht einfach weg, sondern landen neben der getroffenen Person. Am Ende der Runde (nach 3 Minuten z.B.) werden dann alle in aktuellem Besitz befindlichen Münzen beider Teams (Rot gegen Blau) ausgezählt und das Team mit mehr Münzen gewinnt.

Das Spiel kann mit 1 - 4 Spielern gespielt werden. Hat man mal keinen Spieler zu Hause zur Hand, kann man online spielen! Dies ist wohl die größte Neuerung in diesem MarioKart-Teil. Es ist möglich, mit bis zu zwei lokalen Spielern sowohl Online-Rennen als auch Online-Wettkämpfe zu spielen. Vorteilhaft ist hier, dass per System Spieler mit ähnlichen Gesamtpunktzahlen auch in die selben Runden kommen. So bleibt das Spiel stets fair und fordernd. Gerade der Wettkampf macht mir persönlich online sehr viel Spaß. Die Online-Funktion ist sehr einfach zu bedienen. Man wählt Spielerzahl, Spielart (Wettkampf oder Rennen), Herkunft der anderen Spieler (Freunde, Kontinental, Global) und Strecke (wird halb zufällig, halb nach Häufigkeit gewählt) und schon kann es losgehen. Bisher ist es noch nie passiert, dass mal niemand gespielt hat. Nintendo hat hier ganze Arbeit geleistet, die Details des unterliegenden Netzwerks zu verbergen. Es gibt keine Server, auf denen man sich anmelden muss, sondern nach ein paar Knöpfen im Menü steht man sofort im Rennen.

Die Steuerung mit Lenkrad ist für mich nicht besonders intuitiv (fühlt sich sehr unpräzise an, da man buchstäblich in der Luft lenkt), meine Freundin allerdings kam damit sofort wesentlich besser klar als mit Nunchuk und WiiMote. Zum Einsetzen ins mitgelieferte Lenkrad muss man allerdings jedes Mal die Silikonhülle und das WiiMotionPlus abnehmen - etwas unpraktisch. Dies mindert jedoch nicht den Spielspaß.

Fazit: Selbst, wenn man alle Strecken in allen Schwierigkeitsgraden schon zur Genüge gespielt hat, kann man immer noch die Online-Option im Menü wählen. Ab da geht der Spaß erst richtig los :-).
Eine Rezension von Johannes Ghiletiuc >
vom 14. Juli 2010
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